Förderung

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EGFL: Direktzahlungen

Die Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebsinhaber wurden ursprünglich als Teilausgleich für die Absenkung der Stützpreise für wichtige heimische Agrarerzeugnisse eingeführt. Sie sind von der Produktion entkoppelt und leisten einen wichtigen Beitrag zur Einkommenssicherung und Risikoabsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe. Sie dienen auch als finanzieller Ausgleich für die weit höheren Umweltschutz-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards in der EU im Vergleich zu den Produktionsauflagen von Mitbewerbern auf dem Weltmarkt.

Die Direktzahlungen sind unmittelbar an die Einhaltung zahlreicher Auflagen gebunden (sog. „Cross-Compliance-Instrument“). Neben 18 schon bestehenden EU-Verordnungen und Richtlinien des Natur-, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzes, deren Einhaltung laufend und streng überprüft wird, sind Vorgaben zur Erosionsvermeidung als zusätzlich zu erbringende Leistungen ebenso vorgeschrieben worden wie eine vielfältige Fruchtfolge oder Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zum Gewässerschutz. Auch Flächen, auf denen kein Anbau mehr erfolgt, müssen durch entsprechende Pflegemaßnahmen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand gehalten werden. Ebenso ist die Beseitigung von Landschaftselementen, wie Hecken, Baumreihen und Feldgehölzen verboten. Durch die Pflege von aus der Produktion genommenen Flächen und dem Erhalt von ökologisch wertvollen Strukturelementen als Rückzugsgebiete in intensiv genutzten Agrarlandschaften leisten die Direktzahlungen so einen Beitrag zum Erhalt landeskultureller Werte.

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ELER: Natur- und Gewässerschutz auf landwirtschaftlichen Flächen

Die Zahlungen dienen der Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) Richtlinie sowie der Vogelschutzrichtlinie zum Aufbau des Europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Sie werden zum Ausgleich von Kosten und Einkommensverlusten aufgrund rechtlicher Verpflichtungen von Natura 2000 an Landwirte gewährt.

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Die Schwerpunkte der Förderung im ELER lauten wie folgt:

  • Stärkung der Verbindungen zwischen Landwirtschaft, Nahrungsmittelerzeugung und Forstwirtschaft sowie Forschung und Innovation, unter anderem zu dem Zweck eines besseren Umweltmanagements und einer besseren Umweltleistung
  • Verbesserung der Wirtschaftsleistung aller landwirtschaftlichen Betriebe, Unterstützung der Betriebsumstrukturierung und -modernisierung insbesondere mit Blick auf die Erhöhung der Marktbeteiligung und -orientierung sowie der landwirtschaftlichen Diversifizierung
  • Unterstützung der Risikovorsorge und des Risikomanagements in den landwirtschaftlichen Betrieben
  • Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt, auch in Natura-2000-Gebieten und in Gebieten, die aus naturbedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligt sind, der Landbewirtschaftung mit hohem Naturwert, sowie des Zustands der europäischen Landschaften
  • Verbesserung der Wasserwirtschaft, einschließlich des Umgangs mit Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln
  • Verhinderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bodenbewirtschaftung
  • Förderung der Kohlenstoffspeicherung und -bindung in der Land- und Forstwirtschaft
  • Förderung der lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten (LEADER und CLLD)
  • Förderung des Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ihres Einsatzes und ihrer Qualität in ländlichen Gebieten (Breitbandausbau)

Für die Förderperiode 2014 – 2020 stehen Sachsen-Anhalt rund 859,3Millionen Euro ELER-Mittel zur Verfügung.

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